Kenia

Und das Abenteuer geht weiter ...

Neue Musik

NEU: Ich habe unter KONTAKT eine Verteilerliste (damit ihr nichts verpasst) eingestellt, die es mir ermöglicht, eine Nachricht an Abonnenten zu schicken, wenn mal wieder Neues dem Blog hinzugefügt wurde. Könnt ihr euch gern eintragen. 

Meine REISE wird fortgesetzt und im Moment sieht es so aus: Madeira (Portugal), Schottland, Ruanda, Kenia, Tansania, Brasilien und Kolumbien… wie ihr gesehen habt, kann es schnell zu Änderungen kommen, deshalb sind alle Angaben ohne Gewähr. Ob Corona, Krankheit oder Trauerfälle – es gibt der Ungewissheiten mehr als genug. Die ersten beiden Stationen sind noch eine Art “erster und zweiter Gang”, denn in Ruanda wartet wieder ein Hilfsprojekt an einer (Berufs-)Schule und da sollte ich wieder richtig in die Gänge gekommen sein.

In Ergänzung zu meiner Radiosendung folgt heute der zweite Einblick in die Musik Kenias. Im kurzen Einblick, den ich geben wollte, hatte ich die Gengetone-Musik erwähnt, die sich prinzipiell in zwei “Lager” aufteilt – die Nairobi-Version und die “Mombasa-Schule”. Schaut euch das Video an, dann könnt ihr ein wenig die Kenya-Vibes spüren. Ihr findet alles am Seitenanfang ganz oben, wo auch die  Amapiano-Musik wartet und die Bilder verlinkt sind. Viel Spaß 🙂 … oder einfach auf die beiden Musikrichtungen klicken.

ANKÜNDIGUNG

Radiosendung wird am 24.01.2022 um 21 Uhr noch einmal wiederholt. Viel Spaß, für die, die ldie etzte ungünstige Nachholzeit am Nachmittag nicht schaffen konnten.

5. Januar 2022 von 14-15 Uhr wird die Radiosendung ausgestrahlt, die ich in Kenia vorproduziert habe. Ralph und Günter senden sie in ihrer Weltmusik-Ladezone, einer sehr schönen Radio-Plattform für Musikbegeisterte. Hier noch ihre Website:

www.ladezone.info

Folgende Wege führen zum Programm am Mittwoch, dem 5.1.2022, wenn hoffentlich der Kater überstanden ist und die Ohren wieder frei sind.

  1. UKW Radio – Frequenz in Jena: 103,4 MHz
  2. Kabelradio – Frequenz: 107,9 MHz
  3. Internetradio/ Webradio: Radio OKJ
  4. Im Livestream: diesem Link hier folgen 🙂
  5. Eigenem Radio-Button folgen – wo Bilder und Videos zu finden sind (ganz oben)

Während dann am Mittwoch die Sendung mit Moderation ausgestrahlt wird, wartet am folgenden Montag (10.01.2022) um 21 Uhr eine Stunde kenianische Musik ohne Moderatoren… Musik pur also. Wem es also gefallen hat, was am 5.1. zu hören war, der kann weiterhören.

Die folgenden zwei Abschnitte sind chronologisch geordnet. Das soll die bisherige Ordnung nicht auf den Kopf stellen, aber durch Krankheit kam ich mit dem Blog nicht mehr hinterher und schreibe nun alles hintereinander, sozusagen als Weihnachtsgeschichte. In diesem Fall liest es sich glaube ich besser so, als von hinten nach vorn… Es folgen aber immer Daten, sodass sich jeder zurechtfindet. Kritik ist wie immer erwünscht. Das Kapitel zum Slum in Nairobi möchte ich auf der Seite zu den Hilfsprojekten noch ergänzen. Das wird erst nach Weihnachten geschehen.

24.12.2021

Meine beiden (Weihnachts-)Geschenke sind eher medialer Art. Für etwas Freude und Spaß soll eine Zusammenstellung einer Musikrichtung sorgen, die in Südafrika ihren Ursprung hat und in Tansania und Kenia ebenso gefeiert wird. Amapiano heißt diese Richtung und ist bestens geeignet für Tanzvergnügen jeglicher Art :). Bitte diesem LINK hier folgen.

Unser eigener Song “Karibu Kenya” nutzt ebenso diese Beats.

Aus urheberrechtlichen Gründen ist das nicht auf Youtube zu finden, wenngleich einzelne Musikvideos dort zu finden wären. Inzwischen liegt diese Musik auch als mp3-Datei vor.

Meine Zeit in Kenia und in diesem Fall an meiner Grundschule, Muamalaat in Kombani,  habe ich versucht in 23 Minuten zu pressen. Unter Videos oder einfach auf den Link hier klicken.

22.11. bis 16.12.2021

Zunächst wie immer an dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender – an Dirk, Anne, Laura, Dana, Jörg und Kirsten, Heidi und Wolfgang für eure großartige Hilfe! Ich kann euch mitteilen, dass ein Teil des Geldes im größten Slum Afrikas in Kibera / Nairobi geblieben ist. Darüber berichte ich dann an dem Tag, an dem ich dort gewesen bin, bzw. dann unter Hilfsprojekte.

 

Am Montag, dem 22.11. hatte ich mich per Bahn (von den Chinesen gebaut) von Mombasa nach Nairobi bewegt. Der Zug fuhr pünktlich um 15 Uhr los und bescherte mir eine Freifahrt durch den Tsavo-Nationalpark.

Dreifacher Sicherheitscheck, Hunde, die das Gepäck beschnüffelten und zwei Durchleuchtungsmaschinen wie am Flughafen…

SRG-Train der Chinesen

Schließlich blieb der Zug aber bei Einbruch der Dunkelheit plötzlich stehen und es wurde von Baumaßnahmen im Gleisbett gesprochen. In Wirklichkeit musste der Zug aus der Gegenrichtung passieren, aber es war egal, denn das Abenteuer Bahn unter chinesischem Regime war doch etwas Besonderes. Strenge Wächter liefen das Abteil auf und ab und ein lustiger Geselle, der sich ein Bierchen gönnte, wurde gleich mit Armeegewalt angefahren… obwohl das Bier im Speiseabteil zu erwerben war. Später kam heraus, dass Bier trinken erst ab 18:30 Uhr erlaubt sei. Ich hatte mir erlaubt, meine kleine Kameratasche an den Kleiderhaken zu hängen und wurde zurechtgewiesen… mit Blick auf die chinesische Flagge in jedem Abteil, kam mir das alles sehr kommunistisch vor.

Das Tollste der ca. fünfstündigen Fahrt (plus eine Stunde Verspätung) war die Fahrt vorbei an Elefanten, Büffeln, Giraffen und Zebras. Für die über 500 km zahlte ich 25 Euro in der ersten Klasse, die aber nicht mit der ersten Klasse in Deutschland zu vergleichen ist (auch im Preise nicht).

Die Fotos bei ca. 100 km/h aus dem Zug heraus durch die Fensterscheibe aufgenommen, sind jetzt nicht die Starfotos :)…

Der 23.11. galt zunächst dem Kennenlernen der Hauptstadt, die sich mir als eine sehr grüne, unaufdringliche und klar auch kontrastreiche Stadt präsentierte.

Wie viele Warnungen aus allen Richtungen waren meiner Reise vorausgegangen, alle nur um am Ende in den Wind geschlagen zu werden? Nairobi hat sich schnell als eine sehr liebenswerte und klimatisch wesentlich leichter zu bewältigende Stadt herauskristallisiert. Hier findet nachts so etwas wie Abkühlung statt, etwas was ich mir seit über zwei Monaten gewünscht hatte. Hier stürzen sich nicht Heerscharen von Mücken auf dich, wenn es dämmert und wenn du Schlaf suchst. Ich erlaufe mir meine Nachbarschaft, die Umgebung, einen kleinen Teil zugegebenermaßen und habe keine so spektakulären Fotos zu präsentieren. Mit großem Hund an meiner Seite gehe ich in einen kleinen Slum, den Kibagare Slum.

Kurz vor den ersten Blechhütten

Vor den Zugängen zu den wohlhabenderen Vierteln gibt es einen Sicherheitsdienst, der nicht den Zugang zum Slum, sondern die andere Richtung sichert, allerdings heißt das auch nicht, dass die Menschen dort nicht heraus können. 

Es geht dort im ärmeren Teil der Stadt sehr freundlich-friedlich zu und es gibt keinen Grund, hier ängstlich zu sein. Natürlich wirst du angesprochen und ein Herr war auch am späten Vormittag schon recht feucht-fröhlich unterwegs. Doch ich würde behaupten, dass ich seinen Bruder im Geiste auch in Berlin träfe und wahrscheinlich schon um 9 Uhr morgens.

So um die 1.7 Promille 🙂

Am Mittwoch, 24.11.2021, zeigte mir Christine einen wunderbaren Teil der Stadt, den ich nie inmitten der Stadt erwartet hätte. Sie musste später weiterziehen und ich verbringe noch den ganzen Tag an diesem wunderschönen Ort. Es ist der Karura Forest – ein Kleinod und Rückzugsort für Wanderer, Jogger, Schulklassen auf Wandertag, für Mr D, der den Thüringer Wald vermisste… einfach ein wunderbarer Ort. 1000 Hektar Wald – eine grüne Oase, vielleichtdas Pendant zum Jenaer Paradies?

2030 soll die Stadt die 10 Millionen Einwohner-Grenze überschreiten und 2050 rechnet man damit, dass hier 20 Millionen leben werden. Das Ecosystem wird es den Hütern des Parks danken…

Hier ein paar Eindrücke, mehr Fotos sind unter WEITERE BILDER (Karura Forest) zu sehen.

Verwunschen und Schatten spendend

Am Donnerstag, 25.11.2021, ein Wagnis und auch ein Versuch, einen so großen und prägenden Teil der Stadt nicht einfach auszusparen. Durch einen Kontakt zu einem Mann, der dieser Gegend entkommen und doch immer mit ihr verbunden bleibt, laufe ich einige Stunden durch das größte Slum Afrikas mit einer geschätzten Einwohnerzahl von einer Million Menschen, denen es am Nötigsten fehlt – KIBERA – ein Teppich von Wellblechhüten und bitterster Armut und doch ein Ort, dem es an Würde nicht fehlt und voller Menschen, die dem Tag mit einem Lächeln begegnen und nie die Hoffnung aufgeben, ein Ort, an dem das Lächeln der Kinder, die ich dort traf, alles vergessen lässt, auch wenn es noch so stinkt und sich die Notdurft ihren Weg durch die Gassen bahnt.

Bangkok ist der Boxer-und Spitzname meines Begleiters, der sich im wahrsten Sinne des Wortes durch die Armut oder aus ihr herausgeboxt hat.

Bangkok

Wir sind sehr schnell auf einer Wellenlänge und aus einer ca. für eine Stunde geplanten Reise auf die dunklere Seite der Stadt werden fast vier Stunden, in denen ich große Hemmungen hatte, überhaupt Fotos zu machen, aber zum einen möchte ich die Realität möglichst so zeigen, wie sie ist und von Kenia nicht nur ein Bild der Naturwunder zeichnen und zum anderen denke ich, dass ihr besser begreift, warum ich hier helfen wollte, dass sich weitere Kinder durchboxen lernen.

Bangkok leitet eine Box-Akademie – eine Boxschule – und obwohl das eher nicht mein Sport ist, sehe ich das in diesem Fall als gerade den Sport an, der hilft Selbstbewusstsein zu entwickeln, Aggressionen abzubauen und sich fit zu halten.

Die Welt ist nicht gerecht und während sich die Kinder in Deutschland zwischen einem iPhone oder Samsung-Handy entscheiden, Wunschlisten präsentieren, die den Kindern hier die Tränen in die Augen trieben, essen die Kids hier ihren Maismehl-Ugali und sind froh, wenn es wenigstens diesen gibt. Weihnachten wird mir so zu einem furchtbaren Ereignis des Überflusses und des Konsums in unserer westlichen Welt, auch wenn es erfreuliche Ausnahmen gibt, wenn Kinder aus Jena oder anderen Städten zum Beispiel ihre Sparschweinchen für meine Projekte opfern. Bitte fühlt euch hier NICHT angesprochen!

In Kibera hatte ich das erste Mal Probleme, Fotos durch den Sucher schauend zu machen und habe alles aus der Hand und nur mit dem kleinen Display gemacht. Ich hatte so etwas wie eine Fotografierblockade, was ich noch nie zuvor erlebte.

26. bis 29.11.2021

Die nächsten Tage waren zwei spannende Roadtrips in die Masai Mara, einem Nationalreservat, welches auf der tansanischen Seite als Serengeti bekannt ist, die zu sehen mir viele ans Herz gelegt hatten. Danke vor allem an Paul!

Hin-und Rückfahrt lassen sich im entsprechenden Ordner unter WEITERE BILDER verfolgen und sind alle aus dem fahrenden Auto, einem offenen Toyota (4×4) Land Cruiser, heraus fotografiert, mit extrem kurzer Belichtungszeit und dadurch nicht der größten Tiefenschärfe. 

Dieser LKW stand vier Tage später auch noch an dieser Stelle. Tiere, die erst im Nationalpark erwartet wurden, säumten schon die Straßenränder:

Diese Tiere standen ohne eine Eintrittsgebühr von 80 Dollar zum Fototermin bereit. Das galt weiterhin für Giraffen, Elefanten, Gnus und Büffel, deren Fotos aber dann im entsprechenden Ordner Tierwelt Masai Mara zu finden sind. Insgesamt habe ich (leider nur) drei Monate in Kenia verbracht und wenn mich jemand fragt, was das Schönste überhaupt gewesen sei, dann muss ich fast wortlos auf den Tierordner verweisen, obwohl ich weiß, dass er auch nicht wiederzugeben vermag, was ich empfunden habe, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen, nicht eingezwängt in einem Zoo…

Ein Nashorn, das passlos zwischen Kenia und Tansania herumrast und uns Fotografen erfolgreich entwischt, wird zum Sinnbild für Freiheit. Nur durch das Fernglas konnte ich das einzige Nashorn der Masai Mara bewundern. Es war so gewaltig, selbst durch das Fernglas. Auf einem Foto könnte ich nur ein Pünktchen präsentieren und lasse das deshalb, weil mir dann in Nairobi eines vor die Linse lief :).

Meine Lieblingstiere in der Masai Mara

Auch landschaftlich ist die ganze Gegend wie aus einer anderen Welt. Ich meinte für vier Tage in einem Traum gefangen zu sein und so lasse ich es auch, viel zu reden, zu schreiben und schicke ich euch zu den entsprechenden Fotos.

Die Reise war ein Geheimtipp, ausgeführt von Phoenix Safaris, einer so tollen Firma, die das ganze Paket (2x 7 Stunden Anfahrt und Rückreise inkl.) von Nairobi aus anbot und die diesen Aufenthalt in einem wunderschönen Zeltlager auf ca. 300 Meter Höhe mit Blick auf die Masai Mara und Serengeti anbot. Details gebe ich gern und guten Herzens weiter, denn das war alles andere als eine Pauschalreise. Ich durfte dann, wieder zurück in Nairobi, noch zwei Nächte bei Peter, dem Chef der Safari übernachten und nutzte dann die Chance, auch die Tiere vor der Haustür Nairobis noch zu bewundern.

30.11.2021

Wieder zurück in Nairobi hatte ich noch immer nicht genug von den wilden Tieren und war ja meinem Sohn Diogo noch ein Nashorn schuldig, naja als Bild versteht sich, aber eben keines aus dem Zoo. Also ging die Reise (Safari auf Suaheli) durch den Nairobi Nationalpark, 127 km² groß und doch zu klein für Elefanten. Folgt diesem Link und ihr seht die Tierwelt, die unmittelbar vor den Toren der Stadt zu bestaunen ist. Zur Stadt gibt es dann doch eine Grenze, damit du nicht neben einer Löwin aufwachst oder dich im Straßenkampf einem Büffel stellen musst… auch die Nashörner würde ich dann lieber nicht in meinem Garten begrüßen wollen…

Was die Parkverantwortlichen den Fahrzeugen der Besucher zutrauen, ist schon erstaunlich. Ich war echt froh, nicht der Fahrer gewesen zu sein. Das war die unglaublichste Tour durch Matsch, Schlamm, schier bodenlose Gewässer… doch der Landi hat alles gemeistert. Meine Linse war am Ende arg verschmiert, die Sachen ohnehin, aber alles lässt sich reinigen und die Bilder durch einen erstmals in Kenia anfangs regnerischen Tag erzählen viel. Beinahe hätten wir erlebt, wie die Löwen eine Antilope reißen. Leider kamen ein paar grölende Touristen hinter unserem Fahrzeug angerollt, die die Antilopen verscheuchten. Auf den Bildern ist dennoch die Spannung zu erfühlen… Und das Beste – ich bekam noch mein Nashorn vor den Apparat… gar nicht so einfach, denn in der Ferne sahen wir einige… doch diese Tiere mögen keine Fototermine.

1.12. bis 16.12.2021

Danach kommt eine Zeit, die nicht ganz so toll war und von der es wenige Fotos gibt. Aus der Masai Mara zurückgekehrt, wurde ich sehr krank und entschied, noch zwei Tage vor Ablauf meines Visums, erst einmal Abkühlung in Jena zu suchen.

Nach ca. 10 Tagen konnte ich kleine Touren zum Verabschieden machen und hatte sogar einige Besucher zu meinem Geburtstag. Das waren dann noch einige Highlights und natürlich wollte ich unbedingt einige Projekte noch fertigstellen, was dann ein ganz schöner Kraftakt war, denn ich wäre am liebsten für zwei Wochen in einen Kühlschrank gekrochen… Außentemperaturen um die 40 Grad haben mich erst einmal zu einer Pause gezwungen.

Darum Weihnachten im Paradies – wieder zurück in Jena

21.11.2021

Leider muss das Konzert coronabedingt verschoben werden. Das ist total schade und ich bin echt traurig. Es soll aber nicht ausfallen, sondern es soll ein geeigneter Ersatztermin gesucht werden. Ich werde das dann rechtzeitig ankündigen. Im Moment scheint die Lage in Deutschland ja alarmierend… das geht hier in Kenia ein wenig an mir vorüber. 

Ich habe euch aber noch das Video verlinkt (ganz oben) zur Einweihung der EducAid Academy in Bamburi, Mombasa. Mit Link sollte das eigentlich auch über Youtube funktionieren, allerdings gab es einige, die es nicht öffnen konnten.

Hier wäre der Youtube-Link: https://youtu.be/N-woWhZ95c8

18.11.2021

Durch die Zusammenarbeit mit jungen Leuten aus der Filmszene durfte ich heute zu einem Treffen der “Film Nation” reisen. Eine Gruppe von 160 Begeisterten – Filmern, Kameraleuten, Make-up-Artists, (Ton-)Technikern und vielen Schauspielern gehört dieser Gruppe an. Natürlich kamen nicht alle Mitglieder, aber die Auswahl war schon sehr repräsentativ und es wurden auch gleich zwei Serien gedreht. Das war super spannend und es war berührend zu sehen, wie nett und selbstverständlich sie mich alle in ihre Gemeinde einschlossen, mit mir kochten, tanzten, aßen und weil ich eigentlich nur den Nachmittag kommen wollte und dann spontan verlängerte, auch für ein Schlaflager sorgten. Ich kam nur mit winzigem Rucksack, ohne Zahnbürste, Schlafsack, Handtuch … und wurde so herzlich mit allem bedacht, was zum Überleben notwendig war… 

Freitag war keine Schule und so passte das dann auch. Film Nation hat durch Filme über Aids, gegen Drogen und für bessere Bildungschancen für Mädchen und Frauen (besonders im ländlichen Raum) schon tolle Projekte ins Leben gerufen und umgesetzt.

Folgendes ist leider wieder out of date… 

In Sachen Hilfsprojekt hier noch einen Nachtrag. Ich danke Kerstin und Abbas für ihre Spenden und freue mich außerdem noch sehr, ein Benefizkonzert ankündigen zu können, welches am 21.11.2021 um 19 Uhr (Einlass) beginnen soll. Es findet in Jena im Eden in der Johannisstraße statt. Ich bin stolz auf meine Söhne und danke vor allem Kostja, der dieses Konzert auf die Beine stellt, obwohl er ziemlich weit weg von Jena studiert und gern seinen Beitrag zu meinen Projekten leisten will. Ihr werdet auch den Diogo, Veko und Booby Tool erleben. Viel viel Spaß! Die Ankündigung erscheint auch auf der Unterseite zu den Hilfsprojekten… also nicht wundern.

13. und 14.11.2021

Zum Wochenende ist dann ein Teil einer Radiosendung zur kenianischen Musik entstanden, zu dem ich die Sendezeit noch durchgebe und zu dem extra noch eine visuelle Variante entstehen soll, damit ihr die Musikerinnen und Musiker nicht nur hört, sondern auch seht.
Das mag nicht sooo aufregend klingen, ist aber bei laufender Arbeit an der Schule und extremen Temperaturen um die 40 Grad alles ein Kraftakt. Mir fällt es nicht so leicht, bei dieser Hitze zu funktionieren, denn auch im Schatten schwitzt du bei 33 Grad, nachts “kühlt” es auf 28 Grad ab, auch nicht die ideale Schlaftemperatur. Bin deshalb weiterhin auf dem Campingplatz und nicht mehr im Baumhaus. Die Anfahrt nach Kombani ist beschwerlicher, aber das Nachhausekommen bedeutet etwas Meeresbrise und weniger verschwitzten Schlaf. 

10.11.2021

Eine aufregende Reise nach und durch Mombasa zeige ich euch besser noch als Video. Dieses ist dann sicher nächsten Sonntag (21.11.2021) fertig.

Tusks in Mombasa City mit Chiara

Aufregend war die Reise, weil noch kurz vor der Fähre ein LKW- Fahrer meinte, mich von der Straße schieben zu müssen. Er kam im Gegenverkehr direkt auf mich zu und ich hatte nicht vergessen, mich im Linksverkehr zu befinden. Das Auto war geliehen und die Fracht war kostbar, also weiche ich in den Straßengraben aus, oder besser den nicht vorhandenen Seitenstreifen, der mit Bergen von Müll belagert war und an dessen Rand ein Bodaboda stand, was ich dann umwerfen musste … Dabei ging dann wohl der Hinterreifen drauf, was ich aber erst etwas später merkte, weil ich meinte, das ungewöhnliche Fahrverhalten sei dem Untergrund geschuldet… Egal, Hilfe kam sehr schnell, denn das Auto kam an einer kleinen Werkstatt zu stehen und dort überlegte man nicht lange und innerhalb von 10 Minuten hatte ich das winzige Reserve-Notrad dran. Dieses Rad hatte noch einiges vor sich, denn wer zum Beispiel im wilden Casablanca in Nordafrika schon leicht gestresst war, erläge hier einem Herzinfarkt. Viel hätte da bei mir nicht gefehlt. Dass ich das Auto selbst steuern müsse, erfuhr ich erst am selben Tag, als es quasi vor mir stand, denn mein Freund Adam hat keinen Führerschein … 

Ehemalige Polizeistation in Mombasa Old Town

Das Gewusel in dieser Stadt hatte erst ein Ende, als wir in der Altstadt ankamen, die ein wenig an die Alfama in Lissabon erinnert, definitiv ein Schmelzpott der Kulturen mit stark arabischem Flair und wenig Verkehr in den engen Gassen.

Falschparker in der Altstadt

Ein weiteres Highlight der Ruhe war eine Bootsüberfahrt nach Voroni, einem Dorf, wie es vor 1000 Jahren nicht anders ausgesehen haben dürfte, willkommen geheißen von Mzee Givanji und seiner Familie.

Diese Flucht in die Vergangenheit durch einen Mangrovenhain, einer Wanderung durch das Flussbett und durch Flussauen werde ich nie vergessen, wenngleich es sich bei dem “Fluss” um Meereswasser handelt, welches die Stadt Mombasa (eine Insel) umspült. Es ist, als läge ein Ring von Ausgeglichenheit und Besinnlichkeit um eine der wirbeligsten Städte, in denen du nicht weißt, ob du gleich von links, rechts, von vorn oder hinten angerammt wirst.

Unsere Straße für einige Kilometer…Sinnbild der Ausgeglichenheit, denn um ihn bebte die Erde vor Staub, Lärm und Gewusel

Meine Nerven lagen noch im Stadtverkehr blank, wohl auch weil Ommy MCoast, mein Beifahrer, es auch nicht gewohnt war, Richtungen rechtzeitig anzusagen und so folgten viele wilde Wenden und neue Anläufe, um letztendlich doch immer unsere Ziele zu erreichen. 

Voroni lässt sich nur erahnen

Man kann es nicht wirklich erkennen, aber wenn man mittig im Bild zunächst dem Fluss folgt, ihn überquert, sieht man einen kleinen Pfad sich den Hang hinaufschlängeln. Dorthin ging es. Adam hat durch seine Arbeit an Filmen und Serien hier oft gedreht und Mzee war sein Host. Chiara und ich versuchten uns im Erklettern einer Kokospalme… beide erfolglos und der Schwerkraft zum Opfer fallend oder zu Boden :).

Später folgen noch ein paar visuelle Eindrücke einer pulsierenden Metropole, die definitiv nicht mein Wohnort wäre. Zu Mzee und seiner lieben Familie würde ich jedoch sofort ziehen, denn so sah es bei ihm aus:

Mangrovenhain
Mzee Givanji

8. und 9.11.2021

Was gibt es Neues… neben Affenhitze müsste noch ein Wort erfunden werden, was die diebische Ader dieser Gesellen beschreibt. Zwei Mangos vom lokalen Verkäufer erstanden… keine schaffte es in meinen Magen, weil die Affen schneller waren. 

Affenbande bei Affenhitze

7.11.2021

Neues zu den Hilfsprojekten findet ihr auf der entsprechenden Unterseite. Dort sind drei Buttons unter dem ersten Projekt angeordnet, die sehr ausführlich über das Schulprojekt des Vereins EducAid Kenya e.V. informieren. Besonders dankbar bin ich Conny Mauroner vom MDR, die ausführlich über die Schuleinweihung in Mombasa und die Aktivitäten des Vereins berichtete. Heute wurde dann ein Podcast eingestellt, der also brandaktuell hier gehört werden kann. Ein Video zum Thema wird hoffentlich am Dienstag fertiggestellt.

6.11.2021

Pünktlich zum Samstag wird das oben eingeblendete Video fertig. Viel Spaß ! Meinen Youtube-Kanal habe ich auch unter Videos ganz oben auf diesem Blog verlinkt. Er ist noch sehr beschaulich klein, wächst aber durch die vielen Ideen und Projekte stetig.

24.10.-4.11.2021

Es sind wieder ein paar Tage vergangen und es wird Zeit, wieder ein paar Updates einzustellen. Neue optische Eindrücke sind unter WEITERE BILDER in folgenden Ordnern zu finden: Shimba Hills National Reserve, EducAid Academy und An der Schule zu finden. Ein neues Video ist auch fertig. Hierbei ging es darum, einen Künstler, den ihr schon aus dem Karibu Kenya Song kennt, und der aus der Region (aus Kombani) kommt, mal vorzustellen. Die Aufnahmen haben wir vorwiegend am Baumhaus gemacht, veröffentlicht wird es in Kürze, denn noch kann die Audioqualität verbessert werden.

Stygar – Videoaufnahmen

Ein Highlight war der Besuch eines wunderbaren Projekts, das auch im Weimarer Land schon für einige Schlagzeilen gesorgt hat. So berichtete die Journalistin Conny Mauroner im MDR schon mehrfach von einem großartigen Hilfsprojekt in Bamburi, Mombasa, also quasi vor meiner Haustür. Ich verdanke diesen Kontakt einem Studenten (einem netten Maschinenbauer aus Weimar) der EAH Jena. Noch kurz vor meiner Abreise nahm ich Kontakt zu EducAid Kenya e.V. auf und verlinke deshalb hier einmal die Website:

http://www.educaidkenya.de

Am 29.10.2021 wurde in Bamburi (Mombasa) eine Schule, die von EducAid Kenya e.V. gegründet und finanziert wurde, feierlich eröffnet. Dazu reisten viele der Sponsoren und Paten unzähliger Kinder an und richteten ein wunderschönes Schulfest aus. Es war sehr lustig zu sehen, dass unsere Gegner bei einem Volleyballturnier Trikots mit der Aufschrift eines Sponsors aus Bad Berka trugen. Ich darf jetzt schon verraten, dass das deutsche Team gegen die Lehrer sehr sehr knapp und auch gegen die Schüler gewann.

EducAid Academy Bamburi. Mombasa

Um die Spannung etwas aufrecht zu erhalten, will ich noch nicht zu viel verraten, denn Adam und ich haben darüber ein Video erstellt, was wir dann nächste Woche fertigzustellen hoffen. Es wird dann auf meinem YouTube Kanal zu sehen sein und natürlich hier verlinkt. 

Wie gewohnt, möchte ich auch wieder an dieser Stelle allen neuen Sponsoren danken, die meine Arbeit hier so beherzt unterstützen. Dank sei gesagt an Luca, Mike, der schon zum zweiten Mal spendet und an Claudi. Ich war inzwischen schon das vierte Mal Schulmaterialien einkaufen und langsam gehen dem Supermarkt die Buntstifte aus. Jede Klasse bekam deshalb eine andere Marke.

Obwohl mich die Hitze, die gestern ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, ziemlich lähmt, ist es doch eine Freude, die Kinder zu sehen, wie sie glücklich ihre Bilder malen. In der vierten Klasse musste ich erkennen, dass diese Kinder in ihrem Schulleben noch kein Lineal gesehen hatten und es demnach in der Geometrie viele Dinge zu erlernen galt. Ich bin dazu übergegangen, die Rechenarten mit dem Zeichnen von Dreiecken und Pyramiden zu verknüpfen und die Ergebnisse dann auch immer schön bunt zu gestalten. So fühlt sich Mathe etwas wie Kunst an, trotzdem rauchen die Köpfe oft bei der Multiplikation, denn bei 8 x 8 wollen die Kleinen immer noch acht mal acht Kringelchen zeichnen, diese dann auszählen und so kann eine Aufgabe zum Tageswerk werden.

Letzten Sonntag haben Terezie, Ola, Kasso und ich einen zweiten Versuch unternommen, in das Shimba Hills Reservat zu kommen, in das wir ja schon mit dem Bodaboda wollten. Den ganzen Tag suchten wir die Elefanten im Park, um sie dann auf dem Rückweg außerhalb des Parks durch den Urwald streifen zu sehen. Es war aber dann schon zu finster, um sie aufzunehmen und näher ranzugehen, war definitiv keine so gute Idee, denn der eine Geselle machte ordentlich Lärm und wir standen auf der Straße, während Kasso unentwegt rief, wir sollten sofort wieder ins Auto steigen.

Was wir aber zu Gesicht bekamen, waren beeindruckende Buffalos und Warthogs oder eher Wildschweine der König der Löwen Sorte. Einiges Damwild kam auch dahergesprungen, nicht immer bereit für meine Fotos zu posieren.

Wir waren so verrückt, den Herrschaften etwas entgegen zu gehen…

Shimba Hills Gang

… später meinte ein Ranger, dass er letzte Woche ein Büffel erschießen musste, weil er zu aggressiv gewesen sei und wild umherrante… Naja zum Glück war das vor unserer Aktion … und er wusste nicht, dass wir unser Auto verlassen hatten.

Power-Ranger

Abkühlung nach einer Wanderung durch die Hitze bot ein Wasserfall und hier zeigte sich echte Frauenpower, denn die Damen waren in jedem Fall am beherztesten …

Der Großteil der Zeit, in der ich den Blog nicht füllen konnte, galt dem Schulleben. Den ersten Fußball haben wir bereits geschrottet, den nächsten konnte ich gestern übergeben. Geschwitzt und multipliziert wurde bei 40 Grad und ehrlich gesagt war ich gestern ganz nah am Aufgeben, denn mein Gehirn schaltet bei diesen Temperaturen in den Leck-mich-Modus oder ganz ab oder droht mit dem Verrücktwerden. Hätte gestern Nachmittag ein Flugzeug nach Deutschland in Kombani gestanden, so wäre ich eingestiegen, sicher um das nach abgekühltem Gehirn dann wieder zu bereuen. Stattdessen bin ich auf meinen Campingplatz geflohen, denn ich hatte seit Tagen nicht mehr richtig geschlafen, weil selbst nachts der Schweiß floss. Heute am 5.11. habe ich Schule geschwänzt, aber mit gutem Gewissen, denn letzten Sonntag kam die liebe Chiara aus Deutschland (allerdings aus Südafrika eingeflogen), um uns hier in Kombani zu unterstützen. Von Mo-Do konnte ich sie ein wenig mit der Schule vertraut machen. Sie war ähnlich geschockt wie ich damals und sie musste bei noch schrecklicheren Temperaturen einsteigen.

Chiara

Sie versteht sich prima mit Terezie und zusammen mit zwei Kindern aus dem Waisenhaus und mit Ola, der Praktikantin aus Deutschland, die in einer hochgefährlichen Gegend in Likoni (Mombasa) untergebracht wurde, verbrachten wir einen Nachmittag bei uns am Strand von Kombani.

Ich schließe für heute mit einem fröhlichen Ausblick und dem Grund, warum wir alle weiterhin gern unsere Arbeit tun:

18.-23.10.2021

Ganz am Anfang wieder an dieser Stelle ein Dankeschön an die Zweitspenderin Kerstin und an die Hilfen von Katja und Katja, die sich nicht kennen, aber lustigerweise beide am selben Tag gespendet haben.

An der Grundschule flossen ein paar Tränchen, weil die Jüngsten nicht so froh waren, dass ich in die nächste Klasse wechselte, während ja meine neue Klasse jeden Tag fragte, wann ich endlich zu ihnen komme. Hier die Neugierigen “Großen”, bei denen ich jetzt bin.

When will you come to us?
Teacher Michael – what are you doing?

Nach schweißtreibenden Tagen an der Schule hab ich mich zu meinem nunmehr als Lieblingsort zu bezeichnenden Camping-Strand in Tiwi begeben. Mit dem Bodaboda sind wir etwa 15 Minuten unterwegs von Kombani aus weiter Richtung Süden. In den 70ern war das wohl ein beliebter Hippie-Hotspot und wahrscheinlich gefällt es mir deshalb so gut. 

Hier treffe ich Leute aus der ganzen Welt, auch ein paar nette Deutsche, die in Nairobi arbeiten und mit Freunden aus Berlin zusammen unterwegs waren. Auch sie beenden ihre Rundreise hier an diesem zauberhaften Ort, der sehr sicher ist, der gut genug versteckt ist, um nicht von Hotelburgen verschandelt zu werden und an dem sehr nette Leute arbeiten und den Aufenthalt unvergesslich machen.

Ich widme mich meinem E-Reader, auf dem 600 Bücher warten, widme mich meinen Fotos und widme mich der Planung der nächsten Schritte.

Hier ein paar Eindrücke – nicht vom Wattenmeer, sondern vom Korallenwatt, oder wie ich das bezeichnen soll. Ein wunderbares Naturschauspiel bei Ebbe.

Es macht großen Spaß, hier die vielen Dinge zu beobachten. Meeresflora und Fauna, Korallengestein und in Strandnähe bilden sich badewannenwarme Pools… 

Die Abende warte ich auf den Mond, der beinahe gelb aus dem Ozean aufsteigt und jeden Tag eine Stunde später kommt. Mit Stativ und Selbstauslöser probiere ich lange, die richtige Einstellung zu finden. 

Was wie ein Sonnenaufgang wirkt, ist ein Mondaufgang. Irgendwann wechselt er aber die Farbe und leuchtet wie ein Scheinwerfer dann weiß… Fasziniert gehe ich dann ein paar Stunden schlafen, nur um dann am Morgen aufs Neue fasziniert zu werden. Hier aber noch ein paar Mondaufnahmen:

Der Morgen wartet dann damit auf: Zwischen Schönheit und Schönheit lag also nur der Schönheitsschlaf (hat aber nichts genützt)…

Noch ein Urgestein dieses Campingplatzes muss ich euch vorstellen. Es ist ReeGee aus Südafrika, ein wunderbarer Charakter, der seit 7 Jahren auf hier in seinem Landy mit Blick aufs Meer wohnt und von der Musik lebt. Er ist Gitarrist und tourte jahrelang durch Afrika, bis er hierher an diesen herrlichen Ort kam. Ein Dauercamper der besonderen Art… weiterhin der Musik verpflichtet, was meinem Musikprojekt sehr gelegen kommt. 

ReeGee unter Palmen
ganz rechts im Bild

Ich habe einen neuen Foto-Ordner erstellt für die, die den Meeresboden, Sonne und Mond noch weiter bestaunen mögen… wie immer oben unter FOTOS.

Nachtrag zum 9.10.2021

Wie versprochen kommt heute das Video, von dem ich schon geschrieben hatte. Alle Beteiligten würden sich riesig über ein fröhliches Teilen freuen. Im Song geht es um Kenia, Kwale, Kombani, die uns alle willkommen heißen.

Aufgenommen im Green Street Studio entstand zunächst der Song, dem dann gleich das Video folgte. Dieses haben wir an einem Ort aufgenommen, den ich auch schon vorgestellt hatte: Congo River Beach. Von dort noch ein paar Impressionen:

Drehtag am Congo River, der sehr früh beginnt
Warten auf die Crew

Frucht des Affenbrotbaumes

Entweder wirst du von einer Kokosnuss erschlagen oder von einer Baobab-Frucht.

Viel Spaß beim Video, ganz oben unter der Karte. Weitere Fotos wie bisher im Fotoordner mit der Überschrift Congo River Beach.

17.10.2021

Für das Hilfsprojekt habe ich mal in Ruhe die Finanzen zusammengefasst, da sie ja teilweise über das Konto oder paypal eingegangen waren. Herzlichen Dank an dieser Stelle  an Johnny, Arthur und Kirsten & Jörg. Die Zusammenfassung wie gewohnt auf der Extra-Seite unter KENIA – Hilfsprojekt. Stellvertretend hier ein liebes Gesicht hinter den Kindern, denen ihr helft.

Hamisi Hamisi

11. – 16.10.2021

Neue Fotos sind in etwas neu arrangierten Ordnern zu finden (oben auf die Box klicken). In die wachsende Zahl von Fotos versuche ich etwas Übersicht zu bringen und sinnvolle Unterordner zu erzeugen.

Es ging wieder zurück auf Arbeit. Am Montag war ich früh morgens bereit, um wieder zu den Kindern zu gehen, erfuhr aber gerade noch rechtzeitig, dass es erst am Dienstag weitergehe wegen eines Feiertags, der auf den Sonntag fiel und deshalb auf den Montag geschoben wurde. Mal ein winzig kleiner Vorteil im Vergleich zu unseren Feiertagen, die nie in die Woche geschoben werden, wenn sie auf ein Wochenende fallen. 

Dienstag nahm ich dann endlich die vielen Schulmaterialen (zunächst für “meine” Klasse) mit, konnte sie aber wieder nicht austeilen, weil die Kleinen zu sehr mit Prüfungen beschäftigt waren, sodass es dann erst am Mittwoch klappte.

Die Prüfungswoche war auch bemerkenswert, denn aus Mangel an Tischen sah das dann so aus:

Dieses Wochenende brauchte ich mal eine Auszeit, vor allem weil die Hitze mich einfach so lähmt und das, obwohl ich häufig auf die Baustelle muss und nebenbei noch ein Musikfestival geplant und vorbereitet wird. Unser Musikvideo ist auch fertig, wartet nur noch darauf, auf YouTube gestellt zu werden, wobei mir zum Glück meine Jungs helfen können. So ist die Woche dann immer sehr schnell vorbei. Am Donnerstag habe ich mir noch den Platz angesehen, auf dem ich gerade campe und weiterhin ein Tierhilfsprogramm, was sich um verletzte, gequälte und verwaiste Äffchen kümmert. Da braucht es mal eines ruhigen Wochenendes, sonst merke ich gar nicht, dass ich im Sabbatical bin.

gefallen und wiederauferstanden

Den hier hab ich am Donnerstag im Monkey Trust entdeckt. Mit Sicherheit 2000 Jahre alt, fiel er auf ein Haus und nur der Stumpf verblieb in diesem Urwald und begann erneut Leben zu schöpfen…

Mein Wochenendrefugium – Twiga Lodge & Campsite, nur das Rauschen des Meeres und wenige Gäste… ein Ort, den ich wohl noch oft aufsuchen werde.

Endlich treffe ich ihn – den Ritter der Kokosnuss…

Was sonst noch geschah … eine kleine Akrobatikeinlage der Kombani-Kids, die ich euch nicht vorenthalten mag.

9. & 10.10.2021

Congo River Beach war ja bereits schon einmal Thema, doch am Samstag war es Drehort für ein Video, welches wir für einen Song drehen wollten, den wir hier in Kombani im Green Street Studio sehr spontan aufgenommen hatten. Das bleibt also noch eine Überraschung, die aber wenn alles gut läuft, noch diese Woche hier zu sehen sein wird. Dann folgen auch ein paar neue Fotos, denn am Flussdelta stehen auch die wohl ältesten Affenbrotbäume, die ich je gesehen habe. Sie sind wieder einmal zu riesig für meine Linsen, aber dennoch hoffe ich, dass die Bilder ganz gut sind. Alles folgt dann mit dem Video.

Gestern hab ich mich dann mal mit Kasso auf den Weg Richtung Kwale, Shimba Hills gemacht. Das ist quasi an der Kombani Junction etwa 20 km landeinwärts und wird angenehm hügelig. Die ersten Fotos meines geliebten Affenbrotbaumes kamen auch aus dem Hinterland in Richtung Kwale, der Stadt, die auch Distrikthauptstadt ist. Dennoch eher eine Kleinstadt, nicht im Entferntesten zu vergleichen mit der winzigsten Bundeshauptstadt in Deutschland. Als wir abends einen Ort dort suchten, um Julie wieder an ihren Arbeitsort zu bringen, kam mir das eher wie ein größeres Dorf vor.

Inzwischen bin ich auch geprüfter Bodaboda-Fahrer. Ein 125er Motorrad, auf dem häufig 3, manchmal (wie auch immer 4) Personen sitzen, alle helmlos und mit 5 Gängen ausgestattet. Schaltrichtung wie auch der Linksverkehr mal wieder entgegengesetzt. Zwei Fehlschaltungen kamen also vor, bis ich es geschnallt hatte. Als Fortbewegungsmittel aber sehr angenehm, denn der Fahrtwind lässt die Hitze etwas vergessen.

Kwale liegt am Fuße der Shimba Hills, einem Nationalreservat, in dem vor allem Elefanten und Antilopen, neben unzähligen Affenarten ihr Zuhause haben. Wir fahren aber zunächst in eine Lodge mit wunderbaren Blick auf Teile des Reservats. Hier muss man nur ein Verzehrgutschein für 500 Shilling holen und kann eintreten und den ganzen Tag bleiben.

Shimba Green Lodge

Der Ausblick ist wunderbar, atemberaubend und lässt erahnen, wo die Dickhäuter ab und an zum Wasser kommen. Zum Beispiel hier:

Shimba Hills National Reserve

Der Ort lädt wirklich zum Verweilen ein, der Blick in die Weite kann auch ein Blick in die Zukunft sein. Nachdenken über das Morgen und auch Verweilen im Augenblick.

Abendstimmung

Wir treffen Julie aus einem winzigen Dorf unweit des Mount Kenya, also von sehr sehr weit weg. Sie kam vor drei Wochen (eigentlich fast wie ich) in das für sie unbekannte Kwale, um in einem Hotel (auch einer Lodge) zu arbeiten. Täglich arbeitet sie von 6 Uhr bis 24 Uhr, hatte noch nicht einen einzigen Tag frei und kam an diesen Ort, um nachzudenken, ob das so weitergehen kann. Sie wirkt sehr nachdenklich, traurig und ausgebrannt. Dann kommen wir zwei Sonnyboys daher und ich glaube, Kasso hat sich etwas verliebt, hoffentlich nicht so unglücklich wie bei Shakespeare.

Romeo and Juliet

Wir verbringen dann einige Stunden zusammen und essen unseren Gutschein leer. Man machte uns extra mein zweites Lieblingsessen “Pilau”, was ich nun auch dem “Essen & Trinken” Ordner hinzufügen kann. Die Karte zeigt mal wieder Preise für die Mzungus… alles recht teuer, aber es gibt auch eine etwas preiswertere Kategorie für 2,50 Euro für mein leckeres Pilau.

Pilau

So langsam können wir Julie auch zum Lachen bringen und wollten dann erst einmal den Nationalpark mit dem Motorrad erkunden.

Julie

Ich fahre die unbefestigte Piste zurück zur Hauptstraße, danach zum Zugang zum Nationalpark. Wir dürfen mit dem Motorrad nicht in das Reservat (auch mit Tuktuk ginge das nicht), bräuchten also ein Auto. Eintritt für Kasso 300 Shilling, ich müsste das Siebenfache zahlen, also wieder Mzungu-Preise. Ein Auto zu mieten, nochmal 3000-4000 Shilling, plus Fahrer (verhandelbar)… So kann der Eintritt auf 7000 oder mehr kommen und die Tiere, die man wirklich gern mal beobachten möchte, sieht man i.d.R. eher sehr sehr früh am Morgen und somit geben wir das Projekt auf und rollen zurück in die Lodge.

Julie hat noch keinen Entschluss gefasst und so lassen wir uns noch etwas treiben und warten auf das beste Licht des Tages.

Ratebild

Später fasst sie den Entschluss, mit dem Manager sprechen zu wollen und es dann noch einmal zu versuchen. Sie möchte nicht unverrichteter Dinge in ihr Dorf zurückkehren. Ich wollte wissen, ob ihre Eltern ihr einen Rat gegeben hätten. Ihr Vater hat sie seit zwei Jahren nicht mehr gesehen und ihn scheint es nicht so sehr zu interessieren. Mit den Eltern spräche sie nicht über ihre Probleme. Das macht mich am Ende des Tages doch sehr nachdenklich. Wir bringen sie dann noch zu ihrem Hotel, was wir erst einmal finden mussten, denn Julie hatte es ja seit ihrer Ankunft gestern das erste Mal verlassen und kannte sich nicht aus. Sie traut sich dann kaum hinein, weil der Boss im Eingangsbereich stand. Ich meinte, ich könne ja mal mit ihm reden oder wenigstens in ein Gespräch verwickeln, damit sie sich reinschleichen kann. Das wollte sie nicht und schrieb mir später, dass sie zumindest ihren Standpunkt darlegen konnte… was auch immer daraus werden mag… Kasso und ich – wir haben ihre Nummer.

Weitere Bilder von gestern oben im Link unter der Überschrift “Shimba Green Lodge” oder hier: https://lychee.mrdontour.de/#16339376119804.

The BIG FIVE nur als Bild

6.-8.10.2021

Wenn du so unter oder in deinem Treehouse sitzt, kommen dir viele Gedanken und Ideen und währenddessen kommen auch noch die Mittel von euch, Tolles zu bewegen, zu gestalten und den Kombani-Kids etwas zu hinterlassen. Ich berichte darüber auf der ausgelagerten Seite HILFSPROJEKT. Trotzdem will ich hier gerne noch einige Worte verlieren zu neuen Helfern: Besten Dank also an Eny & Fabian, Martin und Viola, Dagmar, Konrad (die Maschinenbauer sind doch mal wieder die Coolsten), Sven, Mike, Wolfgang & Siggi, Hauke und allen denen, die jetzt auch inhaltlich mitwirken und denen, die den Postweg mal testen.

Hinter so einer Reise und so einer Website stehen immer viele Menschen, die Anteil nehmen, die Mut machen, die Ratschläge und Ferndiagnosen stellen, wenn sie mich vom hiesigen Krankenhaus verschonen möchten. Darum ein großes Dankeschön an das Basislager in Jena (Mein Team auf der Homepage), an die Traumreisefabrik, die mich überall rausholt, wenn nötig und an Basti und Mario, die mein Knie aus der Ferne geheilt haben. Verzweiflungsmomente liegen auch in der Benutzung des Rechners und des Versuchs, komplizierte Zusatzseiten zu erstellen, Verteilerlisten anzufertigen. Ohne DICH Mo wäre das alles nie entstanden und darum ein riesiges Dankeschön. Hinter meinem Dank verbergen sich viele Gesichter und Namen und alle werde ich nicht aufzählen können, aber ihr helft mir alle, in den Kinderaugen ein Leuchten zu entdecken, für das es sich lohnt, hier zu sein. 

Große Bilderfluten sind nicht zu erwarten, weil ich das Baumhaus gehütet habe. Doch die letzten zwei Tage habe ich kleinere Gänge und eine Ausfahrt unternommen.

Karibu Kwale

Ich bin völlig hingerissen von der Erhabenheit der Affenbrotbäume. Sie sprengen jede Vorstellung und auch meine beiden eingesetzten Linsen. Ihr müsst also noch auf das perfekte Bild warten. 

In der Zwischenzeit kam natürlich die Dorfjugend ständig vorbei und ich wünschte, ich hätte 10 Kendamas mitgebracht.

Kombani Kendama Kids

5.10.2021

Einen neuen Beitrag hab ich euch in den Unterordner zu KENIA geschrieben.

27.-30.09.2021

Fangen wir mal gleich mit den guten Nachrichten an. Durch die Zuwendungen von Lilly, Michaela, Till, Michel, Augustin, Raik, Conny, André und Bine, Nicole, Herwig, Christine und Greta ist die Hilfskasse inzwischen weiter angewachsen. Durch die Währung, die hier benutzt wird, können wir es noch auf 100.000 KSH (Kenianische Schilling) bringen. Außerdem hat auch Kerstin ein Hilfspaket auf die Reise geschickt. Ich bin super glücklich über die Möglichkeit, konkrete Hilfe leisten zu können. Mit den verschiedenen Akteuren sind wir im Gespräch, ob wir nicht einen Ingenieur auftreiben, der die Wasserversorgung wieder in Gang bringt, denn ein Schulbetrieb ohne Wasser fühlt sich echt ziemlich schmuddelig an. Ich hab vom nicht wirklich existierenden Schwamm derart staubige, verschwitzte und schmutzige Hände und traue mich nicht, das mühsam angeschleppte Wasser aus 20 Liter-Kanistern zu nutzen, weil es auch zum Trinken gedacht ist.

Ich habe für 30.000 Schilling Schulmaterial gekauft und das reicht natürlich noch nicht für alle Klassen. Es war gerade soviel, wie ich am Montag tragen und ins TukTuk bringen konnte. Es war zunächst eine Ladung Hefte, Stifte, Lineale und Klebestreifen für ein paar Poster. Meine Vorstellung ist es, dass ich durch die 3 Klassen der Grundschule ohnehin Kontakt zu jedem Kind aufbauen werde und ungern einer unbekannten Person das Material übergebe, sondern immer direkt von euch zu dem Kind… Ich habe eine Idee, wie dann auch die Spenderinnen und Spender den Kindern namentlich in Erinnerung bleiben.

Die schlechte Nachricht ist, dass ich gerade etwas behindert bin, weil ich die Schürfwunde vom Sonntagsmorgen-Jogging nicht so für voll genommen hatte, diese sich dann stark entzündete und am Montag für etwas Aufregung sorgte. Ich wollte zu schnell zu viel und musste nun zunächst mal das Bett hüten. Zum Glück sind die entsprechenden Impfungen alle vorhanden. Trotzdem hätte ich meine Rettungssanitäter*innen jetzt gern bei mir, denn die örtlichen Vorstellungen, was bei vereiterten offenen Wunden hilft, schließen so ziemlich alles ein, was wahrscheinlich genau das Gegenteil von Heilung bewirkt. Bilder davon gibt es trotzdem nicht :)… dafür aber die letzten, die ich noch außerhalb meiner neuen Bleibe schießen konnte. Hierzu gibt es einige witzige Dinge zu berichten:

Am Sonntag ging es mit offenem Knie zum Congo River Delta… natürlich mit dem TukTuk. Ich hatte im Dorf schon geübt, wie man die Dinger fährt und habe dann an diesem Abend die Rückfahrt übernommen. Nachts im Linksverkehr war das ziemlich lustig, aber ich bin jetzt angesehener TukTuk “dereva” (das Wort driver lässt sich erahnen und schön wäre es, wenn die anderen Vokabeln auch so einfach wären). Der Congo River fließt an der Diani-Beach in den Indischen Ozean. Das war unser Ziel. Im Teil 3 der Bilder seht ihr noch mehr Bilder von diesem Ausflug- hier die Besatzung: Terezie aus Österreich, wir nennen sie alle Mutter Teresa,

arbeitet zwei Häuser weiter in einem Waisenheim. Juma und Kasso, die uns als Tuktuk- und Bodaboda-Fahrer vorgestellt wurden und mit denen wir oft zusammen sind. Kasso lernt gerade etwas Kendama spielen, was Diogo freuen dürfte. Die ganze Grundschule ist verrückt nach diesem Spielzeug. 

Doch ich wollte von einem ungewöhnlichem Strand berichten: Kamele laufen ja eigentlich durch die Wüste, sollen aber wohl reiche Touristen anlocken, aber was dann noch weniger passt, sind andere Vierbeiner, die ich hier auch nicht vermutet hatte.

Wahrscheinlich begegnen mir immer die gewöhnlichsten Tiere an den ungewöhnlichsten Orten. Blöd wäre es, wenn ich so gar nicht mit einem Löwen rechne und er plötzlich im Baumhaus neben mir liegt.

In Brasilien sah ich auch schon Pferde durch den Atlantik laufen… wer weiß, was noch passiert. Zurück nach Kenia, zurück an den Diani-Strand, ca. 2,5 km Richtung Süden: Es reihen sich Hotels aneinander und ein wirklich beinahe weißer Sandstrand lädt zum Baden ein, was ich allerdings meinem Knie dann doch nicht antun wollte. 

Wir machen Rast, eine Beach-Bar, die zu einem teuren Hotel gehört, ist genau das Richtige, denn ich brauche mal eine Pause und Terezie hat ordentlich Hunger. Außerdem läuft gute Musik, wir dürfen dort einkehren und bestellen endlich mal ein kühles Bier, lassen uns die Karte geben und staunen nicht schlecht, dass dort eine Thüringer Bratwurst angeboten wird. Die Preise hier sind europäisch.

Später lernen wir den Service-Chef kennen, er heißt Joachim und kommt aus Waltershausen. Die Welt ist ein Dorf. Natürlich ist das alles schon skurril, aber mich belustigt noch eine andere Sache. Die Kontraste sind in diesem Land ja ohnehin schon stärker, aber hier heben sich die dunklen Körper nicht nur stark gegen den weißen Sand ab, sondern leben fort in den Paarungen der Hotelgäste. Auf Platz 1 kommt die Mischung: alter fetter Europäer mit sehr gutaussehender dunklen Schönheit an seiner schwabbeligen Seite. Er strotzt vor Geld, sie scheint die Rolle gut zu spielen, lässt ihn an seine Schönheit und Stärke glauben.

Die zweite Gruppe black/white besteht aus runzliger Dame ab 55/60 aufwärts und athletischem Schwarzen an ihrer schwabbeligen Seite. Hier spielt er seine Rolle gut oder fügt sich in sein selbstgewähltes Schicksal.

 Manchmal stimmt aber auch das Alter überein, nur sehe ich da auf dem schlanken durchtrainierten Oberkörper eines Mzungus das Wort “Favela” stehen, was auch wieder nicht zur Hotelkategorie passen will. Wir Weißen werden hier als mzungus bezeichnet und leider zu 100 % immer mit dem Label “reich” bedacht. Die Kinder hier im Dorf rufen es mir scherzend nach, denn es ist nicht unbedingt ein Schimpfwort und doch ist es nicht wertfrei, denn ich bin ja nur ein blasser Erdenbürger im Vergleich zu den Einheimischen. Hier bin ich der Ausländer, der Schwarze, den die AfD wieder nach Afrika zurückschicken möchte. Ich aber darf bleiben, wenn ich bitte etwas Geld dalasse. Mit dem Kokosnussverkäufer musste ich lange verhandeln, damit er mir nicht einen Euro pro Nuss abknöpft.

An diesem Sonntag passen wir ja auch gut zu den Mischungsverhältnissen hier am Strand – ebenfalls 50/50 … und erfreuen uns an der richtig guten Musik. Die Band kann irgendwie alles spielen, was total beeindruckend war. Irgendwo bis zum Einbruch der Dunkelheit zu bleiben, ist nicht schwer, denn schon 18:30 Uhr ist es finster.

26.09.2021

Nachtrag zu Woche 1

Ich bin total überwältigt, denn ich habe weder gedacht, dass mein Bericht so viel Solidarität und Hilfsbereitschaft auslösen würde, noch war er aus diesem Grunde geschrieben. Es war der Versuch, den Schock, unter dem ich stand und noch stehe, einfach mit euch zu teilen.

Gestern und auch heute Morgen erreichten mich unzählige Nachrichten mit der Bitte, sich doch an den kleinen Dingen, die wir zu verändern im Stande sind, beteiligen zu dürfen. Liam, Sascha und Anna überwiesen prompt eine beachtliche Summe und Kerstin (ehemals AWE Eisenach) spendete ebenfalls so viel, dass ich davon schon sehr viele neue Hefte, Stifte, Spitzer usw. besorgen kann. Charly bat ebenfalls um eine Paypal-Adresse. Weiterhin sei der Familie Petter und Posse herzlichst gedankt und meinen vier Paradiesvögeln aus dem Portugiesisch-Kurs im Sommersemester 2021!!! Weiterhin besten Dank an Dana und Lucia aus Weimar. Mit eurer Hilfe kamen binnen zweier Tage fast 500 Euro zusammen und ich kann damit viel mehr erreichen als nur Schreibmaterial zu besorgen. Ich kann dadurch sogar noch mehr Kindern ein Mittagessen ermöglichen, denn das war für meine Reisekasse eine mächtige Herausforderung, obwohl es bisher zumindest für die Klassen 1 bis 3 reichte, ich das aber nicht die gesamte Zeit durchgehalten hätte.

 Viele von euch baten um eine Möglichkeit, Geld zu überweisen. Ich denke paypal ist da eine gute Art, sich an der Unterstützung zu beteiligen. Wer eine andere Möglichkeit für besser hält, möge doch über den Kontakt auf der Website einen Vorschlag machen. Paypaladresse ist:

michael.duering@eah-jena.de

Ein Euro in Kenia reicht schon für ein gutes Mittagessen, natürlich nicht in den Touristenhochburgen der Diani-Beach, aber in den Straßenküchen ist es fast ein Vermögen. Mein Freund Kassim ist froh, wenn er am Tag 5 Euro verdient, allerdings ist das auch nur alle zwei bis drei Tage möglich, weil er das TukTuk leihen muss und der Verleihende die Hände aufhält und mindestens 10 Euro verlangt. Bei Fahrpreisen von 50 Cent bis zu einem Euro, braucht er also zwischen 15 bis 30 Kunden und obwohl das wenig klingt, ist das ein harter Kampf ums Überleben und um die Kunden. Heute Morgen, als wir zum Strand gerannt sind und ich mich leider auch noch hingeschmissen habe (feinste Schotterflechte – Bilder gibt es dazu nicht – ist ja hier nicht die BILD Zeitung), erzählte er mir, dass er die Sekundarstufe abbrechen musste, um die Familie zu unterstützen und dass er stolz ist, wenn er wenigstens einen Euro am Tag hinzu verdienen kann. Also sind die TukTuk-Erträge schon ein Schwerstverdienst… Seine Mutter arbeitet für wenig Geld in Saudi-Arabien, seinen Vater kennt er nicht. So lebt er bei seiner Großmutter direkt in meiner Nachbarschaft.

Ich hab diese Dinge aus ihm herausgequetscht, weil ich ein Gefühl haben möchte, was Arbeit hier wert ist, was die Leute so verdienen, wenn sie überhaupt das Glück haben, etwas verdienen zu können. An Arbeitskräften mangelt es hier nie. Gestern hab ich ein paar Arbeitern bei der Arbeit zugeschaut und ich kann bestätigen, dass es auch für sie recht heiß gewesen sein muss. Entsprechend arbeiten sie zwar von morgens 8 Uhr bis spät am Nachmittag (17 Uhr), aber nicht unbedingt im Eiltempo, was ich mehr als verstehen kann, wenn man schon beim Zuschauen schwitzt.

DANKE noch einmal an alle, die hier so spontan helfen!

22.-25.09.2021

Kenia – ein Blick auf die erste Arbeitswoche

Es gibt viel zu berichten… wo fange ich an? Ein Grundschullehrer erhält für eine 45-Stunden-Woche (und damit meine ich die Zeit, die er mit den Kindern verbringt) zwischen 150-250 Euro. Die Schulleiterin mag auf etwa 400 Euro kommen. Ein Gymnasiallehrer erhält ungefähr 600 Euro Gehalt.

Was tut er dafür? Er steht um 7:30 Uhr mit den Kindern im Klassenraum (jetzt folgen die Beobachtungen in meiner kleinen Grundschule mit ca. 110 Kindern) und putzt diesen erst einmal. Es gibt für die ganze Schule drei Hexenbesen, kein Wasser, keinen Strom, zwei Tische für 26 Schüler in meiner ersten Klasse. Wer nicht an den Tisch passt, sitzt auf dem Mini-Stuhl, versucht auf dem Schoß zu schreiben oder liegt auf dem Boden und versucht aufzuschreiben, was er kann.

Das Schlimmste für mich war der Ablauf des Unterrichts. Gegen 8:30 Uhr beginnt der Unterricht, ein Fach geht ins andere über und Pausen sind ein Wort, was es nur ein einziges Mal am Tag gibt – zur Mittagspause. Dann essen die etwas, die es sich leisten können. Der Rest hat vielleicht etwas mitgebracht.

Meine Buntstifte wurden so glücklich aufgenommen und ich ärgere mich, dass ich so viele Dinge, die ich eher nicht brauche, im Gepäck hatte und nicht einfach einen Sack Bleistifte und Buntstifte mitgebracht habe. Doch die werde ich noch besorgen… meine eigenen Bleistifte habe ich alle schon an die gegeben, die so kleingespitzte Stifte hatten, dass man sie kaum noch halten konnte. Ein Junge hatte nicht einmal so einen winzigen Stift und wartete geduldig, bis ihm seine Mitschüler ihre Stifte gaben. Ich hatte mich erst gewundert, warum er nicht schrieb. Im Klassenraum haben von 26 Kindern vielleicht drei einen Spitzer und etwa zwei Drittel haben einen Radiergummi. Davon hatte ich zum Glück einige im Rucksack.

Es ist meine erste Woche und ich unterrichte ebenfalls übergangslos Englisch und Mathe, weil es keinen so strikten Stundenplan gibt. Mit meiner lieben Kollegin hab ich ausgemacht, dass ich auch am Arabisch-und Kiswahili-Unterricht teilnehmen kann.

Der erste Unterrichtstag war die Herausforderung meines Lebens. Ich dachte, ich würde mich nur vorstellen und dann ein wenig hospitieren und fand mich plötzlich als Verantwortlicher für die gesamte Zeit bis Mittag wieder, was ich natürlich nicht geplant hatte. Also der Sprung ins absolut kalte Wasser… leider bei gefühlten Temperaturen von 35 Grad. Ich sollte nach dem Mittag weitermachen bis 16 Uhr, lehnte aber dankend ab und lief nach Hause. Wer nicht weiß, was ein Lehrerkoma ist, der hätte mich dann beobachten können. Ich schleppte mich in der Hitze nach Hause und überlegte, ob ich alles richtig gemacht hatte.

Doch die Kinder sind absolut niedlich und aufgeschlossen, neugierig und sie lieben es zu singen. Also hab ich erstmal Lieder mit ihnen gesungen – auf Englisch. Schön war es, dass sie mir dann auch ihr großes Repertoire vorsangen, sonst wäre ich wohl nach diesem ersten Tag schon verstummt, denn meine Stimme war gar nicht glücklich nach dieser Belastung. Am nächsten Tag sagte ich, dass ich erst einmal hospitieren möchte, bevor ich dann so ab ca. 11 Uhr wieder übernehme. Mathe auf Kenianisch ist lustig und am ersten Tag, als ich Mathe mit ihnen lernte, musste ich herausfinden, wie sie hier rechnen ohne dass sie herausfanden, dass ich es gar nicht wusste. Also die ganz schlauen Kinderchen an die Tafel geholt und sie rechnen lassen… dann wusste ich, wie sie das machen. Ziemlich witzig, wie sie ihre Kügelchen an die Tafel schreiben und dann entweder addieren oder sie wegstreichen.

Vorletzter Kommentar zur Schule: Ich bin gerade in der ersten Klasse, aber meine Kiddies sind zwischen 6 und 10 – also gleich noch eine Herausforderung. Warum das so sei, wollte ich wissen. Weil die zu „alten“ Kinder nicht registriert sind, dürfen sie nicht in die nächste Klasse. Was genau damit wieder gemeint war, ist mir noch nicht ganz klar, hat aber mit einer Art Registrierung bei der Gemeinde zu tun und ich nehme an, dass es Hunderte von Kindern gibt, die gar nicht offiziell existieren, weil das gewiss auch wieder Geld kostet, was sich viele Familien nicht leisten können.

 

Letzter Kommentar zur Schule. Ich berichte hier von einer „privaten“ Schule, was nicht ganz richtig ist, denn sie ist lediglich keine staatliche Schule und die Eltern müssen einen winzigen Beitrag leisten, der nicht zu vergleichen ist mit unseren Privatschulen. Es handelt sich um einen oder zwei Euro pro Monat. Wer diesen auch nicht hat, geht in die staatliche Grundschule, wo zwischen 40 und 60 Schülern in einer Klasse sind. Die will ich ehrlich gesagt nicht unbedingt sehen. Um die Lehrer bezahlen zu können, gab es für meine Schule einen niederländischen Sponsor, der sich aber nach Corona zurückgezogen hat.

Wie ihr seht, habe ich noch viel herauszubekommen und durch die prekären Verhältnisse wird wohl mein Budget auch nicht ganz reichen, denn ich muss ja wenigstens ein paar Hefte, Stifte, Spitzer, Schwämme, Kreide und Essen für die Kinder kaufen… mal sehen, wie lange ich das durchstehe, denn meine Weltreise kann auch nicht die Welt retten… leider… Ich möchte die Länder erleben, möchte wissen, wie es sich anfühlt, hier zu sein und es ist klar, dass ich immer der „reiche Ausländer“ bin und dass ich dieser Rolle nicht entfliehen kann.

In meinem Kopf gibt es eine Idee: Ich würde gern mit so einem lustigen TukTuk (letzter Eintrag) ein Stück Kenia erkunden und es gibt vielleicht eine Möglichkeit, wie ich das anstelle. Bis dahin werde ich aber noch etwas Suaheli lernen und dann mag es losgehen. Da das ja eine Art Taxi ist, muss ich sehen, ob ich das Ding fahren kann oder mit einem Freund reise. Ich plane auf alle Fälle noch etwa zwei Monate, hier in Kombani zu bleiben.

Um fit zu werden nach diesen letzten 1,5 Jahren Corona-Teaching vor dem Rechner, stehe ich morgens gegen 5:30 Uhr auf und flitze von meinem Baumhaus bis zum Indischen Ozean. Heute Morgen bin ich dann auch noch hineingesprungen und merkte, dass das Wasser morgens noch angenehm kühl ist. Am Nachmittag hat es dann Badewannentemperatur und es verging trotzdem kein Tag ohne einen Sprung in den Ozean. Dreimal hat mich mein Gastgeber Ali begleitet und obwohl er 42 ist, bin ich ihm noch davongelaufen 😊. Naja – ich bin ja so ungefähr 28 … deshalb wahrscheinlich. Lustig ist auch, wie unterschiedlich begleitet wir aufbrechen. Er hat seine Wanderhalbschuhe an, obwohl ich ihm Laufschuhe mitgebracht hatte. Ich hab ein paar Turnschuhe an und Socken… Er hat dicke Wollsocken an. Ich trage die Badehose und ein Shirt. Er trägt eine zweiteilige Wind-Regen-Kombi, die gefühlt wasserdicht ist… Also begibt er sich freiwillig in die Sauna und ich weiß nicht, wer von euch in der Sauna 10 km rennt? Wir kommen entsprechend unterschiedlich schweißgebadet nach Hause und heben dann noch Gewichte. Ich laufe dann langsam erneut los, um in die Schule zu kommen, die so in etwa auf halber Strecke zwischen Baumhaus und Indischem Ozean liegt. Die Sonne scheint jetzt schon wieder erbarmungslos heiß.

Wenn ich herausgefunden habe, wie ich meinen Standort in die Website einfüge, dann folgen ein paar Geodaten. Ich lerne noch …

21.09.2021

Joggen ab kurz nach 6 Uhr… danach zur Grundschule, wo ich morgen dann beginne, einige Fächer zu unterrichten. Englisch und Mathe sind zunächst gefragt, vielleicht ein bisschen Deutsch eher aus Spaß, weil das natürlich nicht auf dem Programm / im Lehrplan steht.

Dann wieder einen neuen Strand entdeckt, Haifisch gegessen und beinahe wieder von mir gegeben…  Danach brauchte ich erst einmal eine Pause 🙂 und später hab ich noch versucht, 1000er Scheine zu tauschen in kleinere, weil diese ständig gebraucht werden.

Tuk-Tuk oder Motorradtaxi kosten so zwischen 50 und 100 Schilling und da komme ich mit den 1000ern aus der Geldmaschine nicht weiter, weil sie keiner wechseln kann.

Transport in Kenia ist absolut lustig. Bis zu vier Leute werden oft auf einem Motorrad transportiert. 5 Leute bekommt man ins TukTuk, was eigentlich gemütlich zwei Gäste aufnehmen sollte.

Matatu ist dann das witzigste, aber auch wildeste Transportmittel. Ein Kleinbus von der Größe eines Transporters, in den 16 Leute (es können auch mehr werden) gequetscht werden. Corona-Mindestabstand – hahaha – was ist das?

20.09.2021 

Heute ein paar Bilder von meinem wunderschönen Baumhaus und ein paar optische Eindrücke 🙂

19.09.2021

Schwer, diese Flut von Eindrücken so zusammenzufassen, dass ihr nicht gleich wieder “ausschaltet”. Frankfurt wurde nach einem beinahe verpassten Zug erreicht. Die in eine Rucksackhülle verpackte Kraxe aber bis zu einem Rolli zu bringen, diesen in einen viel zu kleinen Fahrstuhl zu stopfen, sind nur Randschwierigkeiten. Wenn dann aber die Bürokratie wieder zuschlägt, weiß ich, dass Erfahrungen in der Ferne nicht falsch sein können. Ich hatte 5 kg zu viel Gepäck – 120 Euro… Doch was sollte ich jetzt aussortieren und wo sollte das Aussortierte bleiben? 

In Kenia angekommen, verschwand die Grenzbeamte mit meinem Pass und meinte, sie müsse zu ihrem Chef. Keine Ahnung, was falsch war. Mein eVisa hat sie jedenfalls behalten, aber Einreisestempel vergesse ich nach meinem Marokkoabenteuer nicht so einfach.

Heute Abend hab ich dann von Ali, meinem Host erfahren, dass er sich schon am Vorabend auf den Weg nach Mombasa gemacht hat. Weil es vor der Fähre zu uneinschätzbar langen Schlangen kommen kann, wollte er nichts riskieren und hat mir nicht nur ein Baumhaus gebaut, sondern auch die ganze Nacht irgendwo in Mombasa verbracht. 

Straßen und (Links-)Verkehr wären schon ein Kapitel für sich. Heute also mit TukTuk zum Indischen Ozean, mein erster Blick auf dieses Meer. Begleitet von Ali und Shuma lernte ich das Dorf etwas kennen und dann kam die Tour zum Meer.

Ich wohne in Alis Garten und sein Haus grenzt an den örtlichen Treffpunkt für alle Fußballfans. Tottenham Hotspur gegen Chelsea konnte ich mitverfolgen.

Ansonsten heißt der Gesamteindruck  – sehr sehr viel Freundlichkeit in einem für meine Verhältnisse sehr heißen Land. 

13.-18.9.2021

Könnten wir Abschied I-IX nennen oder auch mit einem Wort charakterisieren: Chaos… viele Taschen, Rucksäcke und Besorgungen zum Austausch zu kleiner Taschen und Rucksäcke :).

Letzter Tag: beinahe den Zug verpasst, weil das Handy nicht dabei war. Ist das ein Zeichen, mal darauf zu verzichten… aber nein, das wird sicher nichts. 

18.09.2021 – heute entfliege ich meiner Heimat und freue mich auf die neuen Erfahrungen, eine neue Sprache, Dauersonne und den Indischen Ozean an meiner Seite.

Es wartet ein Baumhaus… die Bilder folgen sicher am Sonntag.

10.-12.9.2021:

Reisen beginnen mit Abschieden…

Ein weiterer Abschied war der von meinen lieben Geschwistern. Damit mir immer ein Licht aufgeht, darauf, dass Klarheit herrsche und ich nie im Dunkeln stehe, überreichten sie mir im hessischen Knüllwald eine super tolle Stirnlampe. Diese wurde dann auch gleich getestet… und für sehr sehr gut befunden.

Am 18.9.2021 geht der Flieger nach Mombasa. 

Ja, ich geb es zu – ich bin aufgeregt 🙁 .